14.11.2022
Maria Kolberg

Podcast produzieren: Wie macht man einen Podcast?

Podcast erstellen: So kannst du Schritt für Schritt deinen Podcast selber machen

Markus Lanz, Laura Larsson, Knossi, Janin Ullmann, Philipp Westermeyer, Ines Anioli, Olli Schulz und Jan Böhmermann – sie alle haben eines gemeinsam. Sie machen erfolgreiche Podcasts. Und damit sind sie nicht allein, denn in Deutschland gibt es knapp 80.000 Podcasts (laut listennotes.com, Stand November 2022). Wenn Du Dich selbst oder mit Deiner Marke unter den Podcast Produzent*innen einreihen willst, bist Du hier genau richtig, denn wir erklären, wie Du einen Podcast produzieren kannst.

Bei der großen Menge aus Podcasts und den unzähligen Angeboten ist es umso wichtiger, aus der Masse herauszustechen. Dass dazu mehr gehört, als mal eben ein Gespräch mit dem Telefon aufzuzeichnen und das ganze mit GarageBand zu bearbeiten, versteht sich von selbst. Denn hinter einem richtig guten Podcast steckt jede Menge Arbeit. Aber wie kannst Du nun einen Podcast selber machen? Wir geben dir einen Leitfaden an die Hand, wie Du in wenigen Schritten mit Deiner Brand einen Podcast erstellen und erfolgreicher Podcaster werden kannst.

Wie beginnt man einen Podcast?

Als ersten Schritt solltest Du Dich immer der Konzeption widmen. Erst wenn die Idee steht und ein sauberes Podcast Konzept entwickelt ist, kann es überhaupt an die Produktion des Podcasts gehen. Voraussetzung dafür ist, dass Du dir bewusst bist, welche Art von Podcast Du umsetzen möchtest. Überlege genau, was Deine Ziele sind und welches Bedürfnis der Podcast decken soll. Eine Benchmark Analyse kann dir helfen, Chancen zu identifizieren und eine potenzielle Zielgruppe abzustecken.

Als Marke ist ein Branded Podcast die attraktivste Variante, um Content Marketing zu betreiben und Deine Markenbekanntheit zu steigern. Die Vorteile von Branded Podcasts hat meine Kollegin Feline bereits in einem anderen Artikel gesammelt. Für interne Kommunikation bzw. um Dein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver zu machen, kann ein Corporate Podcast die richtige Lösung sein. Verlage oder ähnliche Medienunternehmen können dagegen ihren bestehenden Content nutzen, um Reichweite zu gewinnen.

Dein Podcast Konzept ist essenziell für die erfolgreiche Erstellung Deines Podcasts. Nimm dir also Zeit dafür. Als Hilfestellung haben wir dir ein paar Tipps für Dein Podcast Konzept gesammelt:

  1. Definiere Deine Ziele
  2. Definiere, welche Zielgruppe Du erreichen willst
  3. Entwickle eine Content-Strategie
  4. Wähle das richtige Podcast Format
  5. Lege Erscheinungsrhythmus, Länge und Staffeln fest
  6. Finde eine*n passende Host*in
  7. Gib Deinem Podcast einen aussagekräftigen Namen
  8. Baue eine Episodenstruktur auf

Eigenen Podcast erstellen: Tipps und Tricks für Aufnahme und Distribution

Um einen guten Podcast in guter Qualität aufzuzeichnen, brauchst Du nicht zwingend ein professionelles Studio, kein zigtausend Euro teures Equipment und nicht mal unbedingt eine*n Toningenieur*in. Die Produktion und Distribution von Podcasts sind in den Grundzügen relativ simpel und theoretisch kann jede*r einen Podcast selber machen. Dennoch gibt es einige wichtige Dinge zu berücksichtigen, sodass am Ende die Qualität stimmt und ein angenehmes Hörerlebnis geschaffen wird. Denn auch wenn Amateur-Podcasts authentisch wirken können – eine schlechte Tonqualität, Rauschen oder andere Störgeräusche möchte man in keinem Fall.

Eine der Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme mit guter Qualität ist die Wahl des Raums, in dem der Podcast aufgezeichnet werden soll. Er sollte vor allem möglichst frei von Hall sein. Außerdem sollten Geräusche von außen im Raum nicht zu hören sein. Ein professionelles Studio ist natürlich am besten, aber kein Muss. Auch ein gut isolierter Raum ohne Hall (und das kann sogar schon ein Schlafzimmer sein) funktioniert wunderbar.

Tipp: Bei all der Funktionalität darfst Du allerdings nicht vergessen, dass Du für Deine Gäst*innen und Dich eine angenehme Studio-Atmosphäre schaffen solltest, in der sich alle wohlfühlen.

Wenn Du einen Podcast erstellen möchtest, ist die Wahl des Equipments besonders wichtig, aber auch abhängig von der Aufnahmesituation und deinem Budget. Für eine grundlegende Ausstattung benötigst Du aber in jedem Fall ein Mikrofon mit Stativ, ein Interface und Software für Bearbeitung und Schnitt.

Das richtige Mikrofon für die Podcast Aufnahme

Achte bei der Wahl Deines Mikrofons unbedingt auf die Richtcharakteristik, also den Bereich des Mikros, in dem der Ton eingefangen wird. Allgemein unterscheidet man zwischen Nieren, Kugeln und 8er-Richtcharakteristik, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Deine Wahl solltest Du unbedingt abhängig von Deiner Aufnahmesituation und Deinem Konzept treffen. Eine Übersicht zu den verschiedenen Mikrofon-Typen findest du auf unserem Blog.

Schnittstelle Interface

Über das Interface verbindest Du das Mikrofon mit Deinem Computer und wandelst die Aufnahme in eine digitale Tonspur um. Mit dem Interface behält man außerdem Lautstärke, Pegel und Monitoring im Blick. Auch hierbei solltest Du das Gerät nach Deinen Anforderungen in der Aufnahmesituation auswählen. Zum Beispiel solltest Du die Anzahl der Mikrofonanschlüsse für die Sprecher*innen und mögliche Gäste mitbedenken.

Podcast Software

Einsteiger*innen können sich mit kostenlosen Tools wie GarageBand oder Audacity ausprobieren. Für fortgeschrittene Podcasts bietet sich z. B. Software von Adobe, Riverside oder Cubase. Grundsätzlich solltest Du für die Aufnahme und die Postproduktion die gleiche Software verwenden. Empfehlungen zu Podcast Software kannst Du dir zum Beispiel bei unseren Kolleg*innen von OMR Reviews holen: Hier ist bereits einiges an Podcast Software bewertet und Du erhältst weitere hilfreiche Insights von Dennis Deben, unserem Teamlead Audio Production bei Podstars.

Distribution: Podcast Hosting

Wenn Du bei diesem Schritt angekommen bist, hältst Du das fertige Produkt quasi in Deinen Händen. Herzlichen Glückwunsch! Nun geht es darum, Deinen Podcast anderen zur Verfügung zu stellen. Dafür solltest Du einen RSS-Feed für Deinen Podcast erstellen: Über Plattformen wie z. B. Podigee ist das ganz einfach. Diese Plattformen stellen Deinen Podcast dann automatisch den gewünschten Streaming-Anbietern zur Verfügung und Dein Podcast kann von Deiner Zielgruppe gehört werden.

Du hast konkrete Fragen zu Aufnahme und Postproduktion Deines Podcasts? Wir bieten dir gezielte Podcast Beratung ganz nach Deinen Bedürfnissen. Kontaktiere uns und lass Dich individuell von unserem Audio Production Expert*innen beraten.

Tipps für Podcast Reichweite: So baust Du eine Community auf

Reichweite für Deinen Podcast aufzubauen ist nicht einfach und braucht vor allem Ausdauer. Denke schon bei Deiner Strategie und der Namensgebung relevante Keywords mit. Durch Podcast-SEO und einen gut gefüllten RSS-Feed wird Dein Podcast bei Google, Spotify und Co überhaupt erst gefunden.

Für den Reichweitenaufbau Deines Podcasts solltest Du in jedem Fall versuchen, Deine Zielgruppe in der passenden Situation zu erreichen. Im Idealfall sind die Hörer*innen sowieso gerade dazu bereit, einen Podcast zu konsumieren. Eine Möglichkeit wären Gastauftritte in anderen Podcasts, die eine ähnliche Zielgruppe bedienen. Durch diese Form der Kooperation kannst Du gezielt die Menschen erreichen, die Du für Deinen Podcast gewinnen möchtest und Deinen Podcast authentisch vorstellen.

Wenn Du bereits zu Beginn Deine Podcaststrategie, Titel, das Visual und Teaser auf Deine vorher definierte Zielgruppe ausrichtest, hast Du gute Chancen, dass Dein Podcast auch wahrgenommen wird.

Deine Gäst*innen können Deinem Podcast einen zusätzlichen Push geben. Personen des öffentlichen Lebens, renommierte Expert*innen und polarisierende Menschen können Überschneidungen zu weiteren interessanten Hörer*innengruppen eröffnen, Markenbekanntheit steigern und Reichweite erhöhen.

Haben Deine Gäst*innen oder Du bereits eigene Reichweite? Gut, ‒ dann nutze diese! Nutzer*innen und Fans kennen die Marke und haben bereits das nötige Interesse, mehr Content dazu zu konsumieren. Nutze Social Media, E-Mail-Verteiler oder Websites.

Community Engagement schaffst Du, indem Deine Hörer*innen einbezogen werden. Durch Einblicke hinter die Kulissen (z. B. bei Social Media) nimmst Du die Community mit und erzeugst Intimität. Vielleicht beziehst Du die Hörer*innen sogar in den Podcast ein und integrierst sie in das Konzept. Hier zählt Kontinuität.

Den eigenen Podcast analysieren

Wie erfolgreich ein Podcast ist, lässt sich nur mittels Monitoring und Datenanalyse sagen. Behalte wichtige Kennzahlen im Blick, um die richtigen Schlüsse aus den Zahlen ziehen zu können und Deinen Podcast noch besser zu machen. Zudem sind KPIs und Reportings wichtig, wenn Du mit Werbepartnern kooperieren willst.

In der Podcast-Branche wird häufig der IAB 2.0 Standard genutzt. So kannst Du Streams und Downloads messen und standardisiert vergleichen. Nicht alle Plattformen nutzen IAB 2.0. Einige setzen auch auf eigene Messkriterien. Deshalb kann es sein, dass unterschiedliche Plattformen zu unterschiedlichen Daten kommen.

Die Qualität Deines Podcasts kannst Du über die Retention Rate überprüfen. Diese sagt aus, wie lange die Hörer*innen am Ball bleiben, wann sie vorspulen und wann sie abspringen. Dadurch lässt sich identifizieren, ob Deine Podcast-Folge vielleicht zu lang oder der Gesprächsverlauf nicht interessant genug ist. Die Retention Rate sollte über mehrere Episoden beobachtet werden, um die Daten besser interpretieren zu können. Weitere relevante Kennzahlen sind Follower*innen, Chart-Platzierungen und die Demografie der Hörer*innen.

Platziere Werbung in Deinem Podcast

Du kannst Deinen eigenen Podcast monetarisieren, indem Du Werbeplätze verkaufst. Diese Werbeplätze haben viele Vorteile für Deine potenziellen Partner*innen, da die Zielgruppe sehr spitz ist, Podcast Werbung generell eine hohe Akzeptanz hat und die Aufmerksamkeit der Hörer*innen hoch ist. Andererseits kannst Du Deinen Hörer*innen authentische Werbung zu Produkten und Dienstleistungen bieten, die für sie tatsächlich Relevanz haben. Allerdings solltest Du Deiner Marke und Deiner Podcaststrategie treu bleiben. Frage Dich immer, ob die Werbepartnerschaft zu dir passt und ob die Werbung für Deine Zielgruppe einen Mehrwert bietet.

Bei Podcast Ads unterscheidet man zum Einen nach der Platzierung innerhalb des Podcasts (Pre-, Mid- und Post-Roll) und nach der Art der Einbindung. Ad-Rolls können nämlich Baked-In sein, also in der Tonspur selbst fest eingebettet oder über Dynamic Ad Insertion integriert sein. Dynamische Werbeanzeigen können beliebig gewechselt werden und haben somit eine besonders hohe Aktualität. Die Verwaltung und Auswertung werden über einen Ad Server organisiert.

Aber Vorsicht: Wenn Du Deinen eigenen Podcast produzierst, bist Du dazu verpflichtet, Werbung zu kennzeichnen. Werbung muss von redaktionellem Inhalt eindeutig abzugrenzen sein.

Mehr Infos zur Monetarisierung: Wie verdient man Geld mit einem Podcast? bekommst Du in unserem Blogartikel. Wenn Du lieber Werbung in einem Podcast schalten willst, besuche unsere Seite zu Podcast Werbung und schicke uns eine unverbindliche Anfrage.

Checkliste: Podcast produzieren in wenigen Schritten

Unser Fazit: Bei Podcasts kannst Du zwischen low-budget und high-end wählen und mit beiden Vorgehensweisen einen erfolgreichen Podcast selber machen. Trotzdem solltest Du einige grundlegende Schritte beachten, um Deinen Podcast zu erstellen. Mit einer guten Strategie und einer tiefgründigen Recherche legst Du den Grundstein für das fertige Format. Die wichtigsten Tipps zur Frage, wie macht man einen Podcast, haben wir dir hier noch einmal zusammengefasst:

  • Erstelle ein Konzept und entwickle eine Strategie für Deinen Podcast
  • Aufnahme, Produktion und Schnitt
  • Podcast Distribution
  • Aufbau von Reichweite und Community
  • Monitoring und Datenanalyse
  • Geld verdienen mit Podcast Werbung

Du willst mehr wissen? Gebündeltes Podcast-Wissen mit wertvollen Tipps und Vorlagen zum Herunterladen findest Du in unserem Podcast – Professional Guide.

Oder produziere mit uns Deinen Podcast und profitiere von unserer Expertise in der Podcast-Branche. Über unser Kontaktformular kannst Du uns eine unverbindliche Anfrage schicken. Wir beraten Dich und Deine Marke individuell.

Maria Kolberg

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