13.12.2022
Maria Kolberg

Podcast aufnehmen: Tipps für richtig gute Audioqualität

Podcast Aufnahme Tipps

Drei bis fünf Stunden wöchentlich ‒ so lange hören ⅓ der Hörer*innen zwischen 30 und 49 Jahren Podcasts (laut Podigee). Das ist eine lange Zeit. Und wer würde schon den süßen Stimmen lauschen, wenn Hintergrundgeräusche, Rauschen und Schwankungen der Lautstärke stören würden? Bei der Podcast-Produktion muss man auf einiges achten. Besonders der Sound ist entscheidend für ein angenehmes Hörerlebnis. Stellt ihr euch auch die Frage: “Wie nehme ich einen Podcast auf?” Dann solltet ihr unsere Tipps fürs Podcast aufnehmen durchlesen. So erreicht ihr garantiert eine tolle Soundqualität.

Bevor es losgeht, solltet ihr euch natürlich über euer Podcast-Konzept Gedanken machen und eine Strategie erarbeiten. Die einzelnen Schritte der Podcast-Produktion und wie ihr euren eigenen Podcast erstellen könnt, findet ihr auf unserem Blog. Macht euch Gedanken darüber, welches Format ihr bedienen wollt, welche Emotionen ihr hervorrufen wollt, wie viele Hosts ihr benötigt und ob es Gäste geben soll. Auch eure Möglichkeiten spielen eine entscheidende Rolle: Euer Budget solltet ihr nicht aus den Augen verlieren, da es eure Podcastaufnahme maßgeblich beeinflusst. Erst wenn ihr euch über all diese Dinge im Klaren seid, könnt ihr anfangen, tatsächlich euren Podcast aufzunehmen.

Podcast aufnehmen: So gelingt die Aufnahme

Im ersten Schritt eurer Podcast-Aufnahme solltet ihr den richtigen Ort dafür finden. Um die bestmögliche Qualität zu erreichen, sollte dieser Ort frei von Hall und Fremdgeräuschen von außen sein. 

Dafür braucht ihr nicht zwingend ein Studio ‒ auch ein DIY Home Studio oder ein umgebauter Bus kann gut funktionieren. Im Zweifel ist ein Schlafzimmer besser als ein großer, leerer Konferenzraum. Mit diesen Tipps könnt ihr schon viel ausrichten:

  • Vorhänge: Große Fensterflächen reflektieren den Schall. Dicke Vorhänge dämpfen den Klang und schlucken den störenden Hall.
  • Teppich: Auch der Fußboden kann unschönen Hall verursachen. Deshalb sollte man auf Fliesen, Linoleum und Co immer einen Teppich verwenden.
  • Möbel: Für den besten Klang sollte der Raum möglichst »eingerichtet« sein. Setze also auf Sessel und Sofas. Auch ein Bücherregal und Pflanzen können dabei helfen, den Hall von Wänden zu vermeiden. 

Tipp: Durch eine schöne Einrichtung verbessert ihr nicht nur den Klang eurer Tonaufnahme, sondern schafft auch eine angenehme Atmosphäre, in der sich Host und Gäste wohlfühlen. In einem entspannten Umfeld und auf bequemen Sitzmöbeln wird viel lieber geplaudert.

So könnte Dein Podcast Studio aussehen

Sobald ihr einen perfekten Raum gefunden habt, könnt ihr euch daran machen, andere Fremdgeräusche zu eliminieren. Ein Klassiker hier sind klingelnde Mobiltelefone, bzw. Funk-Störgeräusche. Diese sind zwar in der Postproduktion zu entfernen, aber wenn euch dadurch wichtige Aussagen verloren gehen, können diese schlecht rekonstruiert werden. Achtet also darauf, dass kein Handy in der Nähe des Mikrofons und Mikrofonkabels liegt und dass alle Smartphones ausgeschaltet oder im Flugmodus sind, wenn die Aufnahme beginnt.

Bei so viel Gespräch brauchen Host und Gäste sicherlich auch einen Schluck Wasser zwischendurch. Lästiges Klirren von Flaschen und Gläsern sollte aber bitte nicht auf der Tonspur landen. Bereitet Getränke also gern schon vor der Aufnahme vor und verwendet Untersetzer, z.B. aus Filz. 

Wenn das Setup steht und alle Personen bereit sind, macht zunächst eine Test-Aufnahme. So könnt ihr gleich zu Beginn prüfen, ob der Ton passt und gegebenenfalls noch reagieren und Anpassungen vornehmen. So spart ihr euch mühseliges Bearbeiten in der Postproduktion. Die Hosts und Gäste können die Zeit nutzen, um Small Talk zu machen und schon langsam ins Gespräch zu kommen. 

Außerdem solltet ihr daran denken, eine Einweisung zu geben. Möglicherweise waren eure Gäste noch nie in einem Studio, sind unerfahren und nervös. Erklärt, wie sich die Sprecher*innen am besten vor dem Mikrofon (je nach Art) positionieren und wie sie sich verhalten sollten. So könnt ihr alle Teilnehmenden beruhigen und bekommt eine saubere Tonaufnahme.

Podcast draußen aufnehmen

Bei manchen Konzepten gehört die Atmosphäre zum Podcast dazu. Nebengeräusche (z. B. beim Spazieren oder in der Bahn) können die Stimmung und das Setting unterstützen und die Hörer*innen mit auf die Reise nehmen. Allerdings solltet ihr darauf achten, dass die Nebengeräusche nicht das gesprochene Wort übertönen. Die Arbeitsschritte bleiben aber weitestgehend gleich: Auf eine Einweisung und einen Soundcheck solltet ihr keinesfalls verzichten.

Podcast remote aufnehmen

Nicht immer ist es möglich, sich persönlich zu einer Podcast Aufnahme zu treffen. Durch Internet-basierte Tools könnt ihr eine Aufnahme auch remote aufzeichnen: Riverside, Zencastr oder Squadcast sind nur einige Beispiele. Die Podcast-Aufnahme funktioniert dann so ähnlich wie mit Google Meet oder eine Zoom Konferenz. Alle Teilnehmer*innen werden gesondert aufgenommen und am Ende zu einer gemeinsamen Tonspur zusammengefügt. Neben der Einführung und dem Soundcheck ist bei der Podcast-Aufnahme vor allem wichtig, dass die Internetverbindung stabil ist.

Ihr könnt außerdem auch ohne Tool remote einen Podcast aufnehmen. Dazu telefonieren die Teilnehmer*innen ganz klassisch, per FaceTime und Co und jede*r nimmt die Tonspur separat auf. Am Ende werden alle Tonspuren zur Podcast-Episode zusammengeschnitten.

Auch für eine Remote-Aufnahme benötigt ihr das gängige Equipment. Nicht jede*r hat so etwas zu Hause. Plant also mit ein, dass ihr euren Gästen gegebenenfalls Equipment zur Verfügung stellen müsst. Notfalls geht auch ein Headset mit Kabel, aber keinesfalls sollte das interne Laptop-Mikro zum Einsatz kommen. Von AirPods und Co. ist auch abzuraten.

Equipment: Welche Podcast Technologie benötige ich?

Welches Equipment ihr für die Podcast Aufnahme benötigt, hängt immer davon ab, was für ein Konzept ihr erarbeitet und wie viel Budget ihr zur Verfügung habt. Grundlegend kann man aber sagen, dass ihr Mikrofon, Interface und die richtige Software benötigt. Von preisgünstigen Basics bis Profi-Ausrüstung ist hier sehr viel Spielraum. In unserem Blog-Artikel »Dieses Equipment benötigst Du wirklich für Deinen Podcast«, haben wir die wichtigsten Infos zur Technologie gesammelt. Für weitere Tipps und Produktempfehlungen von unseren Audio-Profis empfehlen wir euch unseren OMR Report ‒ Professional Guide to Podcast

Postproduktion: Bearbeitung und Schnitt

Nach der Podcast-Aufnahme geht es an die Postproduktion. Bei klassischen Talk-Formaten gilt: Weniger ist mehr! Podcasts sollen natürlich klingen und nicht wie ein überproduzierter Werbespot wirken. Bei fiktionalen Formaten darf es wiederum gern etwas mehr sein, um die Geschichten stimmungsvoll zu erzählen. Bevor ihr so richtig loslegt, solltest ihr aber zunächst eure Aufnahme sichern und ein Backup erstellen. So könnt ihr immer wieder zur Ursprungsdatei zurück und nichts geht verloren.

Arbeitet euch bei der Postproduktion Schritt für Schritt vor. Es ist nicht notwendig, dass ihr jedes kleine „Ähm“ oder „Hm“ rausschneidet. Sie gehören zu einer authentischen Unterhaltung dazu. Schneidet ihr all diese Füllwörter heraus, geht der natürliche Redefluss verloren und das Gespräch hört sich schnell komisch an. Konzentriert euch lieber auf Versprecher und unerwünschte Nebengeräusche in Sprechpausen. Nur manchmal ist es auch nötig, dass inhaltlich geschnitten werden muss. Das kann der Fall sein, wenn ihr eine Antwort auf das Wesentliche kürzen müsst. Hier ist es wichtig, die Schnitte so zu verstecken, dass die Hörer*innen sie nicht bemerken. Beim finalen Regeln und Feintuning entfernt ihr Rauschen, Hall, Schmatzen und Klickgeräusche und passt anschließend den Sound an, sodass alle Gesprächspartner gleich laut sind und keine Lautstärke-Spitzen herausstechen.

Wenn ihr diese Schritte beendet habt, ist euer Podcast fertig und ihr könnt euch im nächsten Schritt ums Hosting kümmern.

Tipp: Podcast Hintergrundmusik kostenlos nutzen

Ein klassischer Podcast als Talk-Format benötigt zwar nicht viele Sounds, aber für Jingle und Musikbett benötigt ihr vielleicht doch eine Melodie. Verzichtet hierbei unbedingt auf Musikstücke, für die ihr GEMA-Lizenzgebühren zahlen müsst. Sucht euch stattdessen lieber GEMA-freie Musik. Beispielsweise könnt ihr über Artlist verschiedene Melodien im Abo-Modell auswählen und frei nutzen oder ihr versucht euch mittels künstlicher Intelligenz an Beatoven.ai.

Lasst uns gemeinsam einen Podcast produzieren! Wir unterstützen euch mit unserer Expertise bei eurem Projekt und stehen euch mit einem professionellen Team für Content, Audio und Vermarktung zur Seite. Stellt uns jetzt eine unverbindliche Anfrage und lasst euch individuell beraten.

Maria Kolberg

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