08.07.2022
Feline Heck

Community Engagement in (Branded) Podcasts – Nicht nur hören, sondern sprechen?

Branded Podcast Kolumne von Feline Heck und Podstars by OMR

Ich habe mich in den letzten Wochen sehr stark mit Community Engagement in Podcasts beschäftigt. Denn wir haben einen neuen Podcast konzipiert (und vor Kurzem endlich veröffentlicht, yay!), der neue Maßstäbe setzt, wenn es um Interaktivität im Podcast geht. Ich frage mich deshalb heute in der Kolumne: Kann man so etwas auch für Branded Podcasts adaptieren? Macht das überhaupt Sinn? Und wie kann ich meine Hörer:innen nicht nur beschallen, sondern auch aktivieren?

Viele von uns finden Podcasts so praktisch, weil man sie ganz einfach nebenbei konsumieren, sich informieren und unterhalten lassen kann, ohne viel dafür tun zu müssen – einfach ›Play‹ klicken und los. Parallel zur passiven Hörer:innenschaft entwickeln sich aber auch Stimmen, die sich mehr Aktivität wünschen: einen Gast vorschlagen, die eigene Meinung zu einem besprochenen Thema äußern, sich mit den Podcaster:innen austauschen. So sind wir es schließlich von Social Media gewöhnt. Bis es (technische) Möglichkeiten für Feedback auf den Podcast-Plattformen selbst gibt, braucht es also kreative Ideen der Publisher:innen, die Community auch jetzt schon aktiv einzubinden und das Podcast-Game dadurch weiterzuentwickeln. Einige dieser Ideen möchte ich euch nun vorstellen – und gleichzeitig klären, warum das theoretisch auch für podcastende Unternehmen ein guter Weg sein kann. 

Wer hören will, muss mitmachen!

Ok, ganz so streng ist es nicht. Aber das Zuhören wird natürlich spannender, spaßiger und ›intimer‹, wenn man bei dem Podcast, den man hört, auch mitgemacht hat – sei es über eine vorab eingesandte Frage an den Gast oder via Sprachnachricht. Das erkennen immer mehr Podcaster:innen und machen ihre Podcasts ›interaktiv‹. Und das macht auch Sinn: Denn mit mehr Interaktivität kommt mehr Nähe – und damit im besten Fall mehr Loyalität. Mehr Loyalität der Marke gegenüber, wenn wir an Branded Podcasts denken.

Und nein, wir kommen hier nicht daran vorbei, einen Abschnitt dem neuesten Podstars-Projekt »1 auf die Ohren« zu widmen, denn hier merkt ihr am ehesten, was ich mit Community Engagement im Podcast meine.

»1 auf die Ohren« – Interaktivität, wohin man hört

»1 auf die Ohren« ist die interaktive Podcast-Game-und-Talk-Show mit dem König des Internets, Jens »Knossi« Knossalla, in der er Promi-Gäste aus Film, Funk, Stream und Internet zum Quizzen und Quatschen empfängt. Der Podcast bezieht die Hörer:innen in den gesamten Entstehungsprozess einer Folge mit ein. Sie können vorab Elemente des Podcasts über das Tool »Fanblast« mitgestalten, wie z.B. über Kategorien für das Freundebuch, das jeder Gast ausfüllt, oder Fragen für die Spiele, die gespielt werden, abstimmen. Außerdem können sie die Show höchstpersönlich eröffnen, indem sie ein Intro via Sprachnachricht einsenden, das zu Beginn einer Folge eingespielt wird. Während der Show werden mehrere Hörer:innen, die sich zuvor beworben haben, angerufen, um selbst aktiv an den Spielen oder als Telefonjoker am Podcast teilzuhaben. Und am Ende werden die Gewinne, um die Knossi und sein Gast spielen, in der Community verlost, was schließlich User Generated Content für den Podcast auf Social Media bedeutet.

»Berliner & Pfannkuchen – (Sprach-)nachrichten aus der Hauptstadt«

Zugegeben, man muss natürlich nicht die gesamte Klaviatur der Interaktionsmöglichkeiten im Podcast durchspielen, um das Engagement der Hörer:innen anzuheizen. Ein weiteres Beispiel, das ich sehr mag, ist der News-Podcast »Berliner & Pfannkuchen – (Sprach-)nachrichten aus der Hauptstadt«, der sein Konzept – ihr ahnt es schon – auf Sprachnachrichten aufbaut. Die kommen via Handynummer, die für alle sichtbar in den Shownotes steht, sowohl aus der Community, als auch von Politiker:innen und bekannten Stimmen aus Berlin und werden in den Folgen eingespielt und von den Host:innen diskutiert. Simpel, aber effektiv.

»Macht & Millionen« – Mitraten auf Social Media

Interaktivität muss nicht bedeuten, dass die Hörer:innen selbst unbedingt in den Podcast integriert werden müssen – Community Engagement kann auch ›um den Podcast herum‹ geschehen. Zum Beispiel mit einem gut gepflegten und auf den Podcast abgestimmten Instagram Account, wie es das Team von »Macht & Millionen« vormacht. Hier gibt es vorab zu jeder Folge Instagram-Posts mit Hinweisen auf das nächste Folgenthema, sodass die Community raten und kommentieren kann. Das schafft Interesse und Aufmerksamkeit für jede neue Episode. Außerdem werden Wünsche oder Feedback offenbar erhört (oder gelesen), denn die beiden Host:innen sprechen im Podcast oft über die Community und die Nachrichten, die sie erreicht haben – so bekommen Fans das Gefühl, ihr Engagement läuft nicht ins Leere. Ebenfalls simpel, ebenfalls effektiv.

5 Tipps für Community Engagement im Branded Podcast

Brands und Unternehmen können sich von den obengenannten Beispielen schon viel abschauen. Hier kommen zusammengefasst noch ein paar konkrete Tipps, wie die Community von Branded Podcasts aktiviert und integriert werden kann:

  • Die Basis-Variante: Eine Mailadresse in die Shownotes schreiben, an die man sich mit Feedback jeder Art wenden kann – und diese Mailadresse in den Podcastfolgen aktiv benennen, so wie es bei »Digitale Vorreiter:innen« gemacht wird.
  • Die Basis-Variante für Audiofans: Statt einer Mailadresse kann natürlich auch eine Handynummer als Kontaktmöglichkeit hinterlegt werden, über die via Sprachnachricht Feedback empfangen werden kann – so bleibt man in der auditiven Welt. So wird es bei »Fast & Curious« gemacht, was zwar per Definition kein Branded Podcast ist, sich durch die Business-Themen aber trotzdem als Beispiel eignet.
  • Video-Plattform als Podcast-Hoster: Ja, die Geister scheiden sich, wenn es um die Frage geht, ob man Podcasts auch auf YouTube hochladen sollte. Was definitiv dafür spricht, wenn man seine Community einbinden will: Die Kommentarfunktion. Denn bei YouTube können sich die Hörer:innen direkt zum Podcast äußern und austauschen.
  • Je nachdem, welche Zielgruppe der Branded Podcast anspricht, kann LinkedIn ein guter Ort sein, um den Content anzureichern und interaktiv zu machen. Auf dem eigenen oder dem Unternehmensprofil kann durch Posts zum Podcast zum Beispiel erfragt werden, ob es Gäste-Wünsche gibt oder welche Frage dem Gast gestellt werden soll. Außerdem ist das Umfrage-Tool eine gute Möglichkeit für Abstimmungen (für das nächste Staffelthema etc.) vorab. Und wäre nicht LinkedIn Audio perfekt für eine ›Nachbesprechung‹ einer Podcastfolge mit der Community?
  • Wer noch größer denken will (und wessen Community vielleicht eher auf Instagram unterwegs ist), könnte ein eigenes Profil für den Podcast erstellen. Instagram bietet über den Feed, die Stories und alle Funktionen wie Umfragen, Quiz oder Q&As viele Möglichkeiten, die das Engagement der Hörer:innen pushen. 

Die Kehrseite: Wer interaktive Elemente anbietet, verpflichtet sich dadurch auch zum Antworten (das Thema hatten wir schon in der letzten Kolumne über interne Corporate Podcasts). Und das kann gerade bei einem eigenen Social Media-Profil richtig viel Arbeit bedeutet. Aber umgekehrt natürlich auch richtig viel Bindung zu den Hörer:innen, Relevanz und Erfolg.

Interaktivität im Branded Podcast – muss das sein?

Interaktive Elemente in Podcasts einzubinden ist ein Trend, den man bei immer mehr Audioformaten beobachten kann. Und der kann dafür sorgen, dass der Podcast in der Masse durch diese Besonderheit hervorsticht. Die persönliche Ebene, auf der ein Podcast kommuniziert, kann durch Interaktionsmöglichkeiten auf ein nächstes Level gebracht werden.

All diese Argumente lassen sich genauso auf Branded Podcasts übertragen. Doch umgekehrt sollten sich Brands und Unternehmen bei ihrer Podcastproduktion vorab ein paar wichtige Fragen stellen: Bin ich offen für einen Dialog mit den Stakeholdern? Wie ›nahbar‹ kann und will ich sein? Passt das überhaupt zu meinen eigenen Zielen? Können und möchten sich die (potenziellen) Hörer:innen selbst einbringen oder lieber passiv konsumieren? Und ganz praktisch: Wer pflegt den Social Media Account, wer hört alle eingeschickten Sprachnachrichten?

Fazit: Wer sich als Brand oder Unternehmen für einen Podcast entscheidet und die oben genannten Fragen ehrlich (!) beantwortet, ergreift die große Chance, mit einem einzigartigen Format Community Engagement und Markenloyalität voranzubringen.


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Feline Heck

Feline ist Content & Concept Managerin bei Podstars und gibt auf unserem Blog Insights und hands-on Tipps für gelungene Branded Podcast Formate.

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