08.11.2023
Kristina Altfator

Podcast-Merchandise: Wie sich Merch für euren Podcast lohnen kann

Podcast Merchandise

Was haben »Gemischtes Hack«, »Mord auf Ex« und »Drinnies« gemeinsam? Na klar, sie gehören zu den beliebtesten Podcasts in Deutschland. Sie erreichen jede Woche Millionen von Hörer*innen und haben sich über die Jahre eine treue Fanbase aufgebaut. Was sie außerdem vereint: ihr 1A Podcast-Merch. Alle drei Shows bieten auf ihren Websites eine große Auswahl an Merch-Artikeln an. Von T-Shirts, Caps und Socken bis hin zu Tassen und Spielen ist alles dabei, was das Hacki-, Exi- und Drinnie-Herz noch höher schlagen lässt. 

Und damit sind sie nicht allein. Immer mehr deutsche Podcast-Creator*innen entdecken das Merchandising für sich. Das macht auf sehr vielen Ebenen Sinn. Ich habe mir diesen Trend mal etwas genauer angeschaut, um herauszufinden, welche Möglichkeiten es beim Podcast-Merchandising gibt und welche Vorteile die Produktion von Merch für Podcaster*innen und Fans haben kann.

Was ist Podcast-Merchandise?

Unter dem Begriff Podcast-Merchandise verstehen wir alle Werbeartikel, die von Podcast-Macher*innen produziert und entweder verschenkt oder zum Verkauf angeboten werden. Natürlich gibt es auch inoffizielles Merch, das von Fans produziert wird. Das klammern wir hier aber erstmal aus. Denn selbst mit dieser Klammer um offizielles Podcast-Merch sehen wir: Die Auswahl ist groß. Man findet Kleidungsstücke, Accessoires, Dekoration und vieles mehr – nichts ist unmöglich.

Welche Arten von Podcast-Merchandise gibt es?

Die Produktvielfalt bei Podcast-Merch ist beeindruckend. Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Zu den Klassikern zählen Kleidungsstücke wie T-Shirts, Sweatshirts und Hoodies, oder auch tragbare Accessoires wie Jutebeutel, Mützen oder Socken. Darüber hinaus gibt es auch viele weitere Produktarten, wie zum Beispiel Postkarten, Sticker oder Haushaltsgegenstände. So breit gefächert wie die Artikel selbst sind auch die Möglichkeiten, den Podcast darauf zu präsentieren. Meist sehen wir den Namen des Podcasts oder auch das Logo/Artwork auf den Merch gedruckt. Noch ausgefallener wird es, wenn das Merch nicht schon auf den ersten Blick verrät, zu welchem Podcast es gehört und nur von Fans als solches identifiziert wird. Dieses Spiel mit der Community schauen wir uns gleich noch etwas genauer an. Jetzt aber erstmal zu den Vorteilen von Merch. 

Warum lohnt sich Podcast-Merchandise?

Podcast-Merchandise kann sich aus vielerlei Hinsicht lohnen. Natürlich kann man nicht pauschal sagen, ob und in welchem Umfang sich Merch-Artikel lohnen, da es auch immer auf die Größe und Bekanntheit eines Podcasts ankommt. Generell lassen sich aber einige Benefits festhalten. Let’s see!

Fanartikel für die Fans

Einer der wichtigsten Benefits von Podcast-Merch liegt in der Definition selbst. Denn wenn wir von Podcast-Merch sprechen, sprechen wir über Fanartikel. Das bedeutet, dass die Ware meist von treuen Hörer*innen einer Show gekauft oder eben diesen zu Weihnachten, Geburtstag und Co. geschenkt wird. Die Hörer*innen können sich durch den Kauf und das Präsentieren dieser Artikel auch »im echten Leben« als Fans outen und ihre Passion für ihre Lieblingspodcasts buchstäblich nach außen tragen. So entsteht eine neue Art der Verbundenheit zur Show und auch zur Community. 

Sieht man zum Beispiel jemanden mit »Drinnies«-Beutel, dann weiß man: Das ist ein Drinnie. Das ist total spannend, denn erstens sind Drinnies bekanntlich eher in der Komfortzone zu Hause und zweitens ist Podcast-Hören generell ja eher eine Solo-Aktivität. Durch das Tragen von Merch-Artikeln in der Öffentlichkeit kann also eine ganz besondere Bindung zwischen Fans untereinander, aber auch zwischen Fans und Hosts geschaffen werden. Community-Building powered by Podcast-Merch.

Podcast-Merch ist das neue Bandshirt

Wird Podcast-Merch also demnach zum neuen Bandshirt? Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht. Schließlich werden Podcast-Titel oder die Konterfeis von Hosts auf Kleidungsstücken und Accessoires immer präsenter. Sie reihen sich in die Riegen der ikonischen Band- und Brandlogos ein. Und selbst, wenn Fanartikel von Podcasts das gute alte Bandshirt niemals komplett ersetzen werden, sind sie zumindest eine beliebte Ergänzung. Und hier wären wir auch schon beim zweiten Benefit von Podcast-Merch, nämlich seiner Funktion als Reichweitenhebel.

Durch das Tragen von Podcast-Merchandise verschaffen Fans ihren Lieblingspodcasts eine noch größere Sichtbarkeit. Sie werden zu Botschafter*innen, machen noch mehr Menschen auf das Format aufmerksam und bringen im besten Fall zusammen, was zusammen gehört, nämlich Podcasts und Hörer*innen. Dieses Matching kann auch mit Blick auf Podcast Discovery unglaublich wertvoll sein. Denn dank Studien wie der Podcast-Umfrage 2023 oder »The Podcast Landscape« wissen wir, dass persönliche Empfehlungen auch weiterhin der wichtigste Driver zur Entdeckung neuer Podcasts sind. Wir halten also fest: Durch Merch können Creator*innen Awareness schaffen und ihren Content einer noch größeren potenziellen Audience zugänglich machen.

Merch als Monetarisierungsmöglichkeit

Merch stellt eine zusätzliche Einnahmequelle für Podcasts dar. Natürlich muss man bei der Produktion dieser Werbemittel auch mit eigenen Kosten rechnen. Und besonders für kleinere Podcasts mit einer überschaubaren Hörer*innenzahl sollte man das Investment in jedem Fall abwägen. Doch grundsätzlich können Creator*innen durch den Verkauf von Merch eine weitere Monetarisierungsmöglichkeit für ihren Content schaffen.

Aber was kostet Podcast-Merch denn eigentlich so? Auch hier lautet die Antwort: von bis. Die Preisspanne ist groß, denn schließlich unterscheiden sich auch die Produkte in Sachen Qualität und Produktionsaufwand. Während man für kleinere Souvenirs wie Patches, Sticker und Postkarten zum Beispiel mit weniger als 10 Euro rechnen kann, liegen Kleidungsstücke wie Shirts und Hoodies meist bei 30 bis 60 Euro. Diese Preise findet man zum Beispiel auf den Online-Shops von »Mord auf Ex«, »Weird Crimes«, »Zwei Dreissiger«, »Drinnies« und Co. Scrollt man sich durch die Shops amerikanischer Podcasts, begegnen einem oft noch steilere Preise. 

Brand Building

Was wir außerdem nicht vergessen dürfen: Merch kann Creator*innen dabei helfen, aus ihrem Podcast eine Marke zu machen. Dieser Aspekt des Brand Buildings wird immer wichtiger, denn Podcasts finden schon lange nicht mehr nur auf den Streaming-Plattformen statt. Um aus der Vielfalt an tollen Formaten herauszustechen, reicht es nicht mehr aus, »nur« einen Podcast zu produzieren. Stattdessen erschaffen Creator*innen via Social Media, Live-Auftritten oder eben auch durch Merch-Artikel ein ganzes Content Universum. All diese Erweiterungen helfen dem Podcast, noch präsenter zu werden und den Wiedererkennungswert als Marke zu boosten. »Merch is more than just a revenue stream, it’s like a brand extension.«, um es mit den Worten von Marisa Morales, Merchandise-Expertin bei SiriusXM zusammenzufassen.

Welche Tools und Shopsysteme man zur Erstellung und Vermarktung von (Podcast) Merchandise nutzen kann, lest ihr z. B. bei unseren Kolleg*innen von OMR Reviews. Hier findet ihr Print On Demand Software & Tools im Vergleich.

Übrigens: Wenn ihr euch für Podcast-Vermarktung und Monetarisierung interessiert, haben wir auf dem Blog auch noch weitere nützliche Tipps gesammelt.

Welches Merch bietet sich für euren Podcast an?

Es gibt keine Faustregel für den perfekten Podcast-Merch. Natürlich kann man mit Evergreens wie T-Shirt, Beutel & Co. erst mal wenig falsch machen. Was der Auswahl von Artikeln und Designs aber immer vorausgehen sollte, ist die Frage nach dem Ziel. Man muss sich als Creator*in vor Augen führen, für wen der Merch produziert wird und was der Audience gefallen könnte. 

Hostet man zum Beispiel einen Interview-Podcast, könnte ein Kartenset mit Fragen für anregende Gespräche passen. Genau solche gibt es unter anderem in den Shops von »Hotel Matze« oder »Fast & Curious«. Auch »ZEIT Verbrechen« bietet ein Kartenspiel an, das an die Interessen der Hörer*innen angelehnt ist. In dem Deck können Krimi-Fans eine Reihe von Rätseln lösen und selbst in die Rolle von Kriminalreporter*innen schlüpfen.

Ein weiterer spannender Take: Podcast-Merch darf gerne nischig sein. Es kann sich auf den Inhalt einer speziellen Episode beziehen oder auch ein Zitat oder Catchphrase der Hosts aufgreifen. Scrollen wir uns zum Beispiel durch den Online Shop von »Baywatch Berlin«, entdecken wir sofort ein Shirt mit der Aufschrift »Alles Liebe. Alles Gute«; eine der »Abschlussfloskeln« des Podcasts. Solche Artikel spielen mit Inside Jokes, also mit Elementen, die in erster Linie von der treuen Hörer*innenschaft verstanden werden. Laut Marisa Morales bilden solche Insider die Essenz von Podcast-Merch, da sie ein besonderes Gefühl von Community schaffen: »You don’t typically see someone else wearing something that you relate to, but when you do, and you get that inside joke . . . it’s truly special.«


»You don’t typically see someone else wearing something that you relate to, but when you do, and you get that inside joke . . . it’s truly special.«

Marisa Morales, Merchandise and Ecommerce Director bei SiriusXM


Fazit: Podcast Merch ist ein Win-Win

Egal, ob Beutel, Shirt oder Adventskalender: Podcast-Merch bietet jede Menge Benefits für Creator*innen und Hörer*innen zugleich. Merch-Artikel können die Bindung zwischen Fans und den Hosts ihrer Lieblingspodcasts noch weiter stärken und auch das Gefühl von Community zwischen Hörer*innen untereinander auf das nächste Level bringen. Auch als Reichweitenhebel eignet sich Merch durchaus; denn durch das Präsentieren von Merch können Hörer*innen auf ihre Lieblingsshows aufmerksam machen und bestenfalls noch mehr Leute für sie begeistern. Plus: Merch kann beim Brand Building helfen und eine neue Monetarisierungsmöglichkeit erschließen. Viele gute Gründe, die dafür sprechen, Merch-Artikel für Podcasts auszuprobieren.


Ihr wollt mehr wissen? Gebündeltes Podcast-Wissen mit wertvollen Tipps und Vorlagen zum Herunterladen findet ihr in unserem Podcast Marketing – Professional Guide.

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Kristina Altfator

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