19.12.2023
Maren Papenbroock

Ring frei für Podcasts! Deshalb lohnt sich das Medium für Unternehmen: Podcast vs. YouTube

Youtube-vs-Podcasts

Hören oder gucken? YouTube vs. Podcasts? Vor diesen Fragen können Unternehmen stehen, wenn sie sich für eine weitere Marketingstrategie entscheiden wollen.

Unternehmen haben durch verschiedene Formate viele Möglichkeiten, digitales Marketing zu ihrem Vorteil zu nutzen. Manche entscheiden sich für visuelle Inhalte; andere entscheiden sich für Audioplattformen, um ihre Marke bekannt zu machen, Kund*innen anzulocken oder Awareness zu schaffen. 

In diesem Artikel schauen wir uns YouTube als Plattform und Podcasts als Medium mal etwas genauer an. Welche Vorteile bringen Podcasts mit sich? Und wo liegen die Herausforderungen bei einem YouTube-Format? Wir erklärens euch!

Als Unternehmen stellt man sich immer wieder die Frage: Was ist besser für mein Unternehmen? Sollte ich einen Podcast starten oder doch eher einen YouTube-Kanal? Erstmal vorab: Es gibt keine »Das eine ist besser als das andere«-Antwort. Beide Medien haben ihre Vorteile, bringen aber auch ihre Herausforderungen mit sich.

In diesem Artikel schauen wir uns Podcasts und YouTube als Unternehmensplattform an und werden herausfinden, welche Vor- und Nachteile die beiden Kanäle haben. 

Daten und Fakten rund um YouTube und Podcasts

Bevor wir uns die Vor- und Nachteile anschauen, gibts aber erstmal ein paar Zahlen. Obwohl Podcasts schon seit Anfang der 2000er existieren, sind sie als Marketing-Medium noch recht jung. Die Video-Plattform YouTube ist übrigens Anfang 2005 online gegangen.

Bei YouTube handelt es sich um eine Video-Plattform – die wohl beliebteste und bekannteste weltweit. Ursprünglich war die Idee der Plattform, dass Menschen dort ihre »home videos« teilen. Mit der Zeit wurde die Plattform aber immer beliebter und professionalisierte sich zunehmend. 

Laut Statista gibt es monatlich rund 2,51 Milliarden YouTube-Nutzer*innen (Stand: Januar 2023). Die Tagesreichweite von YouTube in Deutschland lag laut einer Umfrage im Jahr 2022 in Deutschland bei knapp 37 Prozent.

Besonders bei einer jungen Zielgruppe ist YouTube unverzichtbar, besonders beliebt sind Musikvideos. Aber auch andere Genres und Themen sind auf YouTube vertreten. YouTube ist wie eine Art Suchmaschine, in der man zu eigentlich jedem Thema ein passendes Video findet.

Und wie steht es um die Podcasts? Im Jahr 2023 gibt es weltweit 464,7 Millionen Podcast-Hörer*innen. Bis 2024 wird diese Zahl voraussichtlich 504,9 Millionen erreichen. Weltweit gibt es über 5 Millionen Podcasts mit über 70 Millionen Episoden. Podcasts sind in über 150 Sprachen verfügbar. Spotify und Apple Podcasts sind die beiden größten Podcast-Streaming-Dienste weltweit.

Chancen und Herausforderungen

… von YouTube für Unternehmen

YouTube ist eine riesige Suchmaschine. Wer kennt es nicht? Man schaut ein Video zu einem bestimmten Thema und befindet sich dank es Algorithmus zwei Stunden später inmitten einer Doku über Riesenschildkröten auf den Seychellen. Für dieses Rabbit Hole ist YouTube aus Konsument*innen-Sicht bekannt. 

Werfen wir erstmal einen Blick auf die Vorteile von YouTube für Unternehmen: 

  • Reichweite: YouTube ist eine der größten Suchmaschinen der Welt und die zweitgrößte Social-Media-Plattform. Durch die Veröffentlichung von Inhalten auf YouTube können Unternehmen eine breite Zielgruppe erreichen und ihre Reichweite erheblich steigern. 
  • Video: Dank der Videoebene haben Brands die Möglichkeit, Produkte, Dienstleistungen und Marken visuell darzustellen. Das Auge hört schließlich mit (sagt man doch so, oder?).
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO): YouTube gehört zu Google. Klickt man bei Google auf den Reiter »Video« erscheinen viele Videos zum Keywords von YouTube. Durch die Optimierung von Videoinhalten können Unternehmen ihre Präsenz in den Suchmaschinen verbessern.
  • Kommunikation: Abos, Likes und Shares, das alles bietet YouTube. Besonders durch die Kommentarfunktion haben Brands die Möglichkeit, mit ihrer Community in Kontakt zu treten und auf Feedback direkt einzugehen.
  • Werbemöglichkeiten: YouTube bietet verschiedene Werbeoptionen, darunter In-Stream-Anzeigen, True-View-Anzeigen und Anzeigen in den Suchergebnissen. Unternehmen können ihre Zielgruppe gezielt ansprechen und ihre Botschaft durch gezielte Werbung verbreiten.

Das klingt ja alles erstmal ganz gut, aber wie eigentlich bei jedem Medium, hat auch YouTube ein paar Schwachstellen: 

  • Kontrolle über das Umfeld: Auf YouTube haben Unternehmen weniger Kontrolle über das Umfeld ihrer Inhalte. Neben den eigenen hochgeladenen Videos können auch Anzeigen und Inhalte von Dritten erscheinen, was möglicherweise nicht immer mit den Markenwerten übereinstimmt.
  • Kommunikation: Die Kommentarfunktion auf YouTube ist Fluch und Segen zugleich. Negative Kommentare oder Bewertungen können auftreten und das Image eines Unternehmens beeinträchtigen. Da ist es wichtig, jemanden zu haben, der sich um unangemessene Inhalte kümmert. 
  • Produktion: Der wohl größte Punkt ist das Erstellen von hochwertigen Videoinhalten. Das erfordert Zeit, Ressourcen und Expertise. Das kann – je nach Unternehmensgröße –  eine große Herausforderung darstellen. Die Erstellung und Bearbeitung von Videos erfordert technische Fähigkeiten und Ressourcen. Unternehmen müssen möglicherweise in Ausrüstung und Schulungen investieren, um qualitativ hochwertige Videos zu produzieren.
  • Konkurrenz und Sättigung: Aufgrund der enormen Menge an Inhalten auf YouTube kann es schwierig sein, sich von der Masse abzuheben. Unternehmen müssen kreative Strategien entwickeln, um die Aufmerksamkeit ihres Zielpublikums zu gewinnen.
  • Videoebene: Wer einen YouTube-Kanal starten möchte, sollte beim Konzept überlegen, wie die Bildebene aussehen sollte. Sich vor der Kamera zu zeigen und sprechen ist schwieriger als gedacht!

Chancen und Herausforderungen

… von Podcasts für Unternehmen

Podcasts sind eine großartige Möglichkeit, das Fachwissen durch Geschichtenerzählen und interviewbasierte Gespräche zu teilen. Auditives Storytelling kann ein effektiver Weg sein, um die Zielgruppe zu erreichen oder neue Kund*innen zu gewinnen. Genauso wie bei YouTube gibt es auch hier Chancen und Herausforderungen. 

Herausforderungen: 

  • Discovery: Das Thema Auffindbarkeit von Podcasts beschäftigt die Branche schon, seitdem es Podcasts gibt. Die ist in den meisten Apps nur so semi-optimal, wenn man neue Podcasts sucht, ohne nach einem bestimmten Titel oder Hosts zu suchen. Auf unserem Blog findet ihr eine Reihe an Artikel zu dem Thema und wie man es schafft, als Podcast besser gefunden zu werden.
  • Interaktion: Podcasts kommunizieren in eine Richtung, hieß es früher immer. Auch wenn noch Luft nach oben ist, hat sich da in den letzten Jahren aber einiges getan. In den meisten Podcast Apps kann man mittlerweile Bewertungen hinterlassen oder auch Kommentare schreiben. Viele Podcasts nutzen auch Social-Media-Kanäle, z. B. auf Instagram oder TikTok, um es den Hörer*innen zu ermöglichen, sich auszutauschen.

Vorteile:

  • Zugänglichkeit: Wie gut ist es, dass Podcasts immer und überall gehört werden können? Wir können währenddessen Autofahren, Putzen, Kochen und und und. Im Gegensatz zu Video benötigen wir nur einen Sinn, um einen Podcast zu konsumieren.
  • Produktionsaufwand: Podcasts erfordern im Vergleich zu Videos im Allgemeinen einen geringeren Produktionsaufwand. Man muss sich als Ersteller vor allem keine Sorgen um Kameraeinstellung etc. machen.
  • Verbindung zur Hörerschaft: Das Audioformat kann eine persönlichere und innigere Verbindung zu den Hörer*innen herstellen. Die Stimme des Hosts, die (bei Kopfhörernutzung) quasi direkt im Ohr sitzt, schafft eine Nähe und Intimität (Stichwort: Parasoziale Beziehung).
  • Wettbewerb: Der Podcast-Markt wächst zwar, ist aber immer noch weniger gesättigt als YouTube. Dadurch kann man es schaffen, sich abzuheben und eine eigene Community aufzubauen.
  • Inhaltliche Form: Podcasts können 5 Minuten, aber auch 5 Stunden lang sein. Podcasts eignen sich für längere, ausführliche Gespräche oder Interviews.

Fazit: YouTube vs. Podcasts für Unternehmen

So, nun kennen wir die Vor- und Nachteile von YouTube und Podcasts. Insgesamt bieten sowohl Podcasts als auch YouTube einzigartige Möglichkeiten, mit der Zielgruppe zu interagieren und Inhalte zu präsentieren. Die Wahl zwischen den beiden Medien sollte auf den Zielen, der Zielgruppe und den verfügbaren Ressourcen des Unternehmens basieren.

Und jetzt kommt’s: Manchmal kann auch eine Kombination beider Plattformen sinnvoll sein, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen und die Reichweite zu maximieren. Wann und wieso Video-Podcasts sinnvoll sind, könnt ihr hier lesen.

Ihr denkt über euren eigenen Branded Podcast nach oder wollt Werbung in einem Podcast schalten? Dann meldet euch doch einfach bei uns!

Maren Papenbroock

Podcasts hören und darüber schreiben? Traumjob! Maren ist Redakteurin bei Podstars by OMR, ihre Texte sind auf dem Blog und im MIXDOWN-Newsletter zu lesen.

Weitere Beiträge

11.06.2024
Kristina Altfator

Podcast-Software: Tipps für Tools, di...

Ready, set, action! Bei der Produktion eines Podcasts sind eurer Kreativität keine Grenzen...

04.06.2024
Kristina Altfator

Unternehmenskultur hörbar machen: Die...

Employer Branding ist 2024 weit mehr als nur ein Buzzword. Es ist ein absolutes Zukunftsthema für...

23.05.2024
Kristina Altfator

Employer Branding mit Podcast-Werbung...

Employer Branding ist zu einem absoluten Zukunftsthema für Unternehmen geworden. Da der...

15.05.2024
Kristina Altfator

Yves Brunschwiler über Podcast-Werbun...

Vor ein paar Wochen war es wieder soweit: Die Wilhelm Studios in Berlin wurden zum Treffpunkt der...

06.05.2024
Kristina Altfator

Podcast-Branchen-News: alle Deals, Gr...

In der deutschen und internationalen Podcast-Branche war in den letzten Jahren ganz schön was...

23.04.2024
Nadja von Bossel

Zum Welttag des Buches: Die besten Li...

»Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier«, heißt es...