18.08.2023
Maren Papenbroock

Sprachen lernen mit Podcasts: Funktioniert das?

Podcasts Sprachen lernen

Ich erinnere mich noch an Französischstunden in der Schule, in der die Lehrerin mit einem CD-Player in die Klasse kam. Da wusste ich: Diese Stunde werde ich wieder Bahnhof verstehen. Wir sollten den Dialogen auf der CD lauschen und im Anschluss Fragen dazu beantworten. Ich weiß nicht, warum, aber mir fiel das immer sehr schwer. Das Ziel war dabei, eine neue Sprache auditiv zu lernen. 

Hören, Spreche, Lesen und Schreiben sind die »klassischen« vier Fertigkeiten, wenn es um das Sprachenlernen geht. Beim Sprachenlernen ist das Gehör essenziell –  damit man ein Gefühl für den Sprachklang und den Sprachrhythmus bekommt. 

Sprachen lernen mit Podcasts: Ist das möglich?

Ihr ahnt vielleicht, worauf ich hinaus will: Wenn man durchs Hören gut eine Sprache lernen kann, sollte das doch auch mit Podcasts möglich sein, oder? Aber wie kann man sich das vorstellen und wie gut funktioniert das überhaupt? 

Natürlich gibt es kein Patentrezept für das Erlernen einer Sprache. Während ich früher im Französischunterricht verzweifelte, weil ich nichts verstand, gab es genauso gut Mitschüler*innen, die bei genau derselben Aufgabe total aufblühten.

Um eine Fremdsprache zu lernen, benötigt man Zeit und Motivation. Und allein durchs Hören wird das vermutlich auch nichts, weil es einer richtigen Mischung aus Input (also, Hören und Lesen) und Output (Sprechen und Schreiben) bedarf.

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Sprach-Podcasts in allen möglichen Sprachen. Scrollt man sich durch Spotify, Apple Podcasts und Co. wird man schnell eine große Anwahl an Podcasts finden, die einem Sprachkurs ähneln.

Es gibt Podcasts, die sich auf Grammatik und Vokabeln konzentrieren. Für die Fortgeschrittenen unter euch kann man sich aber auch einfach mal einen Comedy- oder True-Crime-Podcast auf einer anderen Sprache anhören, um eine Sprache zu üben und das bereits Erlernte zu vertiefen. Das hat den Vorteil, dass man authentische Gespräche verfolgen kann. Eine Auswahl an guten englischsprachigen Comedy-Podcasts findet ihr hier. Und hier findet ihr unsere Empfehlungen für englische True-Crime-Podcasts.

Podcasts in andere Sprachen übersetzen? Bei Serien und Filme sind wir es gewohnt, dass es eine deutsche Synchronisation gibt. Bei Podcasts ist das aktuell noch eher selten. Meine Kollegin Kristina hat mit Jake Chudnow, Global Content & Partnerships Lead bei Podimo genau über dieses Thema gesprochen. Hier könnt ihr lesen, warum Podimo auf Podcast-Übersetzung setzt.

Ein Podcast als Fremdsprachen-Lehrer*in: Wie gut klappt das wirklich?

Ich habe mich mal an ein kleines Experiment gewagt und geschaut, wie gut man mithilfe von Podcasts eine neue Sprache zu lernen. Die Sprache meiner Wahl: Dänisch. Ich spreche die Sprache nicht und habe keinerlei Vorkenntnisse. Das Angebot ist übersichtlich, was die Wahl des Podcasts erleichtert. Nur wenige Podcasts haben Deutsch als Ausgangssprache, viele reden einfach auf Dänisch los, was das Lernen für Anfänger*innen eher erschwert. Die Transkripte der Folgen sind oft verfügbar. Das hilft mir, weil es mir leichter fällt, wenn ich parallel mitlesen kann. Geschrieben versteht man einige Wörter nochmal besser. Trotzdem ist es super, wenn man die Aussprache auch direkt lernt.

Mein kleiner Selbstversuch ist natürlich nicht repräsentativ. Was ich aber sagen kann: Wirklich lernen konnte ich die Sprache durch den Podcast zwar nicht, er hat mir aber geholfen, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen, was schon mal viel ausmacht, wenn man im nächsten Urlaub mit Einheimischen in Kontakt kommt.

Vorteile: Podcast zum Sprachen lernen nutzen

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Welche Vorteile hat das Hören von Podcasts, um eine Sprache zu lernen? 

  • Flexibilität: Das Gute an Podcasts ist ja, dass man sie immer und überall hören kann. Dadurch, dass wir unser Smartphone (fast) immer dabei haben, ist das auch eine potenzielle Möglichkeit, einen Podcast anzumachen. Wieso das nicht einfach mal einen in einer Fremdsprache? So verkürzt sich auch die Wartezeit auf den Bus. 
  • Aussprache: Wer eine Fremdsprache mithilfe eines Podcasts lernen will, hat den Vorteil, direkt zu wissen, wie gewisse Wörter in der Sprache ausgesprochen werden. 
  • Geschwindigkeit: Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Geschwindigkeit des Podcasts verlangsamen (oder für eine richtige Challenge auch verdoppeln) kann. So kann man dem Gesagten besser folgen und schwierige Wörter besser verstehen. Außerdem kann man den Podcast auch einfach mal pausieren und rekapitulieren, was man da gerade gehört? Nix verstanden? Dann spul einfach zurück und versuchs nochmal! Vielleicht hilft es auch, den Podcast zu pausieren und das Gesagte des Hosts einfach mal zu wiederholen. Manchmal fühlt es sich ja im Kopf anders an, als wenn man es dann selbst ausspricht? So kann man merken, welche Wörter, Laute oder Betonungen einem leicht über die Lippen gehen und welche vielleicht noch etwas Übung benötigen. 
  • Mitlesen: Wie eben schon erwähnt, reicht es oft nicht aus, eine Sprache nur zu hören. Ein großer Vorteil können Transkripte sein, sodass man während des Hörens mitlesen kann, was gerade gesprochen wird. Einige Podcastplattformen bieten KI-generierte Transkripte an, andere Podcasts teilen die Transkripte auf ihren Homepages. 

Fazit: Kann man durch Podcasts eine Sprache lernen?

Natürlich gibt es kein Patentrezept, da jede*r unterschiedlich lernt. Eins kann man aber sagen: Das Hören von Podcasts in Kombination mit Sprechübungen und regelmäßigem Sprechen der Sprache kann dem schon sehr nahekommen.

Ist es möglich, Sprachen mittels Podcasts zu lernen? Jein. Es kommt sehr darauf an, wie das Sprachlevel ist und was man sich durch das Lernen mittels Podcast erhofft. Podcasts sind eine tolle Möglichkeit, um die Basics einer Sprache zu lernen oder bereits Gelerntes zu vertiefen. Eine*n Sprachlehrer*in können sie dabei nicht ersetzen, aber definitiv ergänzen.

Maren Papenbroock

Podcasts hören und darüber schreiben? Traumjob! Maren ist Redakteurin bei Podstars by OMR, ihre Texte sind auf dem Blog und im MIXDOWN-Newsletter zu lesen.

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