29.01.2021
Denise Fernholz

Podcast-Empfehlungen für die Sunday Vibes

Ich gebe es ganz offen zu: Ich hasse Sonntage. Diese Abneigung ist wahrscheinlich noch ein Überbleibsel aus meiner Schulzeit, denn sonntags (gerne auch erst abends) ist mir immer der Berg Hausaufgaben wieder eingefallen, der so groß war, dass ich ihn eigentlich am Freitag schon erledigen wollte. Eigentlich. Also habe ich beinahe jeden Sonntag in der Panik verbracht, nicht alles bis Montag schaffen zu können. Dadurch manifestierte der Tag sich in meinem Gehirn als Tag der verpassten Chancen (auf ein stressfreies Wochenende). Bis heute.

Um dem mulmigen und nicht mehr benötigten Gefühl, etwas Wichtiges für den nächsten Tag vergessen zu haben (raff das doch endlich mal, Gehirn!!!11!), entgegen zu wirken, höre ich sonntags am liebsten Laber-Podcasts. Das hilft auch super gegen die Lockdown-Einsamkeit, die man spürt, wenn man sonntags nicht mal in den Supermarkt gehen kann, um andere Menschen zu sehen.




Drinnies

Das Motto „Der Podcast aus der Komfortzone“ ist hier Programm. Giulia Becker und Chris Sommer, zwei selbst ernannte Drinnies, geben euch mit ihren lustigen Anekdoten jede Woche das Gefühl, dass ihr draußen eh nichts verpasst. Eine Wohltat während Corona, nicht nur für introvertierte Menschen wie mich. Die neuen Folgen kommen zwar immer am „Drinnie-Dienstag“ – ich spare sie mir aber gerne bis Sonntag auf. In jeder Folge gibt es außerdem den „Introvertipp“, zum Beispiel ein Rezept für gebrannte Mandeln aus der Mikrowelle. Da tut der Lockdown jedes Mal etwas weniger weh.




WIMAF – Wiedersehen macht Freude

Wofür steht der Sonntag seit eh und je? Na klar, schlechte Filme im Fernsehen! Wenn ihr keine Lust mehr habt, zum hundertsten Mal „Police Academy“ oder „Die Braut, die sich nicht traut“ alleine zu gucken, dann tut es doch einfach mit Maria und Nilz Bokelberg in ihrem Podcast WIMAF – Wiedersehen macht Freude. Regelmäßig schauen die beiden zusammen einen Film, machen sich Notizen und besprechen ihn dann vor dem Mikro. Klingt erstmal ein bisschen komisch, ein visuelles Medium in Audioform zu pressen, aber die beiden sind einfach sooo lustig, dass man selbst bei dem schlimmsten Schinken plötzlich Lust bekommt, ihn auch zu gucken.




Vollkommen Unperfekt | Wie lebt es sich ohne soziale Medien?

Bevor am Montag die stressige Woche wieder anfängt, ist ein bisschen Achtsamkeit nicht schlecht. Deswegen kann ich „Vollkommen Unperfekt“ nur wärmstens empfehlen. Maria Anna Schwarzberg hat so eine beruhigende Ausstrahlung – genau das hätte ich damals in der Schulzeit gebraucht! In Solofolgen und Interviews bespricht sie Fragen wie „Wie lebt es sich ohne soziale Medien?“ oder „Was will ich eigentlich mit 80 Jahren über mein Leben sagen?“




Nono Yesyes | Fynn Kliemann – Über Neugierde, Leichtigkeit und zu lange Podcasts

Auf „Nono Yesyes“ bin ich durch Fynn Kliemann gestoßen. Er war im März 2020 in Nono Konopkas Podcast zu Gast und hat dort über seine riesige Neugierde für die Welt und die Kunst, möglichst viel aus der eigenen Zeit zu holen, gesprochen. Mit seiner unaufgeregten Art und seinen ehrlichen Fragen hatte mich Host Nono sofort. In seinem Podcast geht es um Persönlichkeitsentwicklung und die großen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wie komme ich dahin? Neben der Folge mit Fynn, kann ich auch sehr die mit Sängerin Mogli empfehlen.




Hotel Matze | Tokio Hotel – Warum seid ihr nicht mehr so mutig?

Was ist an einem Sonntag entspannender als die Stimme von Matze Hielscher? Eben. „Hotel Matze“ ist im Grunde wie eine geführte Meditation, nur dass man nebenbei auch noch Dinge über bekannte Persönlichkeiten erfährt, die man so noch nie gehört hat. Eigentlich kann ich jede Folge empfehlen, aber als letzte so richtig nachhaltig beeindruckt hat mich das Gespräch mit Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel. Die beiden erzählen, wie es war als Superstars aufzuwachsen, warum sie damals nach Los Angeles flüchten mussten und was der Rummel um die Beziehung von Heidi Klum und Tom mit ihnen gemacht hat. Nicht nur als ehemaliger Fan (ich war noch sehr jung) super interessant!

Denise Fernholz

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