30.09.2022
Feline Heck

Podcast PR – sind Public Relations und Branded Podcasts ein Perfect Match?

Branded Podcast Kolumne von Feline Heck und Podstars by OMR

Wenn (laut einer Umfrage in Großbritannien) mehr als jede dritte Person angibt, keine Podcasts mehr zu hören, weil sie keine interessanten Formate finden kann, dann ist das ein Problem. Vor allem eines, das das Thema Discovery betrifft – denn interessante Audio-Inhalte gibt es allemal. Deshalb geht es in der heutigen Kolumne um Public Relations. Besonders für Branded Podcasts schlummern hinter diesem Begriff nämlich oft noch ungenutzte Möglichkeiten, um von neuen Hörer*innen und in anderen Medien ›discovered‹ zu werden.



Podcasts werden gemacht, um gehört zu werden, logisch. Dafür müssen sie von den potenziellen Hörer*innen aber auch gefunden werden – und damit sind wir ziemlich schnell bei einem ersten Problem: Wie werden Podcasts eigentlich gefunden? (Meine Kollegin Denni widmet sich aktuell dem Thema Discovery übrigens in einer dreiteiligen Blog-Serie  ausführlich.)

Gerade als kleineres und nischigeres Format ist es manchmal gar nicht so einfach, gut auffindbar zu sein. Denn eine langfristige Chartplatzierung auf den relevanten Plätzen ist mit kleineren Reichweiten schier unmöglich. Was kann man also tun?

Aus Umfragen (jüngst aus dem Online Audio Monitor 2022) wissen wir: Social Media ist ein beliebter Weg, auf dem Hörer*innen auf neue Podcasts aufmerksam werden. So weit, so gut. Aus Sicht von Brands und Unternehmen, die ihren Branded Podcast promoten wollen, ist das aber nicht unbedingt der beste und einfachste Weg. Auch hier bräuchte man eine bereits bestehende Social Media-Reichweite oder zumindest das Budget für Influencer*innen & Co., die diese Reichweite mitbringen.

Einen anderen Weg, der sinnvoll sein kann, um den eigenen Branded Podcast auffindbar zu machen, seht ihr auf der Grafik etwas weiter unten: Immerhin 12,6 % geben an, in Zeitungen oder Zeitschriften auf neue Empfehlungen zu stoßen. Vor allem bei der älteren Zielgruppe ist das im Vergleich zu den anderen Aufmerksamkeitsquellen, die hier abgefragt werden, nicht zu missachten. 

Und damit wären wir beim Thema Podcast PR.



Was bedeutet Public Relations für Podcasts?

Unter PR im allgemeinen Sinn versteht man die gesamte Kommunikation eines Unternehmens gegenüber der Öffentlichkeit. Oft wird PR auf Pressearbeit reduziert – und so ist es auch bei Podcast-PR.

Wenn wir darüber sprechen, PR-Arbeit für (Branded) Podcasts zu machen, geht es primär um die Kommunikation mit Journalist*innen – zum Beispiel von Fachmagazinen, die sich mit dem entsprechenden Thema, das auch im Branded Podcast vorkommt, beschäftigen. Es geht aber auch um Kommunikation mit möglichen Gästen, Host*innen anderer Formate und, und und – also mit allen, die im Dunstkreis des eigenen (Branded) Podcasts relevant sind. 

Podcast-PR bedeutet also: Der Versuch, die Audio-Inhalte in Zeitschriften, (Online-)Artikeln & Co. zu platzieren. Darum soll es hier gehen.

Podcast-PR kann auch bedeuten: Dem Ansatz der ›klassischen‹ PR folgen und die eigenen Unternehmens-Speaker*innen oder Host(s) des Branded Podcasts in anderen, bereits existierenden Formaten zu platzieren. Das greifen wir demnächst an einer anderen Stelle auf.



PR im Podcast at it’s best – das Beispiel ›Kaulitz Hills‹

Der Podcast von Bill und Tom Kaulitz ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Podcast-Inhalte in anderen Medien aufgegriffen werden. Ok, im Fall von ›Kaulitz Hills‹ handelt es sich meistens um Promi-Gossip, über den Bill und Tom sprechen und der anschließend in Klatschblättern zu Artikeln mit feinsten Clickbaiting-Headlines aufgeschrieben wird. Prinzipiell ist dieses Schema aber auf alle Themen und Publisher*innen übertragbar. 

Next Level: Bill und Tom machen sich anschließend in neuen Folgen wiederum über die Art und Weise lustig, wie reißerisch die Infos in den Klatschblättern formuliert werden, und spielen das Spiel so weiter. Das funktioniert meistens nur mit dem entsprechenden Image und Promi-Faktor. Es zeigt aber gut, wie die Mechanik in beide Richtungen funktioniert.

PS: Als ›Kaulquappen‹ dürft ihr übrigens den Artikel von Maren über ihr Interview mit Bill und Tom keinesfalls verpassen.



Zitate aus Podcasts in anderen Medien? Oft noch Ausnahmefall

Das Aufgreifen von Audio-Inhalten passiert natürlich auch mit anderen – vor allem großen – Podcasts und auch in anderen Medien. Wenn zum Beispiel bei ›Fest & Flauschig‹ oder ›Lanz und Precht‹ Kontroverses gesagt wird, taucht es schnell auf Twitter & Co. auf.

Zumeist sind das jedoch (noch) Ausnahmefälle, denn Podcasts werden von Journalist*innen bzw. Multiplikator*innen eher selten zitiert. Und das, obwohl darin so viele interessante Aussagen stecken. Aber klar: Es ist viel aufwändiger, schnell Gutes aus einer Audiospur zu ziehen als aus einem geschriebenen Text, den man überfliegen kann. Und deshalb steckt im Thema ›PR für Branded Podcasts‹ auch noch so viel ungenutztes Potenzial.



PR-Ideen für Brands

Dafür zu sorgen, dass die Inhalte eures Branded Podcasts auch in anderen Medien zu finden sind, ist gar nicht mal so kompliziert. Allerdings wird es im Zuge aller Kommunikationsmaßnahmen oft vergessen. Stellt euch dafür die folgende Ausgangssituation vor: In eurem Branded Podcast, einem Interviewformat, hat ein*e Expert*in viele spannende Dinge über ein Thema gesagt. Und die wären sicherlich auch einen Artikel in einem passenden Magazin wert, oder?

Wendet euch an entsprechende Redaktionen und/oder Journalist*innen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Das kann ein Fachmagazin für ein nischiges Thema, eine Sportredaktion, ein Online-News-Medium – alles Mögliche sein. Wichtig ist, dass ihr potenziell interessante Themen und einzelne Aussagen vorab herausarbeitet. So müssen die Redaktionen nicht die komplette Folge hören, um zu wissen, ob es relevant ist. Ihr könnt auch anbieten, eine Podcastfolge bereits einige Tage vor eigentlichem Release zur Verfügung zu stellen – dann hat der Inhalt für die Journalist*innen durch die Exklusivität noch mehr Wert. Im Grunde genommen ist das wie ein ausführlicher Episodentext – aber statt Hörer*innen macht ihr in diesem Fall Journalist*innen Lust auf den Inhalt (inklusive der besten Kernaussagen, die berichtenswert sind).

Und wenn ein Thema aufgegriffen wird, dann wird auch die entsprechende Quelle – der Branded Podcast – genannt. Und das führt zu mehr Aufmerksamkeit und potenziellen neuen Hörer*innen.

Denn hier gilt das, was Podstars-Geschäftsführer Vincent im OMR Media-Podcast sagt: »Je mehr über ein Format gesprochen wird, desto besser ist es für das Format.«

Also ran an die ungenutzten PR-Potenziale!


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Feline Heck

Feline ist Content & Concept Managerin bei Podstars und gibt auf unserem Blog Insights und hands-on Tipps für gelungene Branded Podcast Formate.

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